Der Wiener Flughafen macht sich große Hoffnungen, für die Lufthansa nach dem Kauf der Austrian Airlines (AUA) Knotenpunkt für Flüge nach Osteuropa zu sein. Das entspräche auch dem bisherigen Leistungsprofil des Airports. "Wir gehen davon aus, dass wir einer der vier Hubs sein werden, neben Frankfurt, München und Zürich", sagte Wiener Vorstandssprecher Herbert Kaufmann am Freitag in Wien. Der Flughafen sei bei Kapazität, Schnelligkeit und Pünktlichkeit "absolut wettbewerbsfähig".
Allerdings hat der Flughafen Wien derzeit auch mit einigen Problemen zu kämpfen. Der Airport will die Lufthansa vor allem durch das Streckennetz nach Ost- und Südosteuropa, das die AUA dort aufgebaut hat, überzeugen. Gerade in diesem Bereich ist der Verkehr in Wien im ersten Quartal 2009 allerdings um über 18 Prozent zurückgegangen, als der Passagieranteil der Austrian Airlines sank. Das schrumpfende Osteuropa-Geschäft der Fluggesellschaft hatte dem Flughafen in der Zeit von Januar bis März unter dem Strich ein Minus beschert.
Neben dem Rückgang der AUA-Aktivitäten leidet der Flughafen Wien aber auch unter den drastisch gestiegenen Baukosten für den neuen SkyLink-Terminal. Statt, wie ursprünglich geplant, 400 Millionen Euro soll das Gebäude nun 900 Millionen kosten. Daher will nun auch der österreichische Rechnungshof Einblick in die Bücher nehmen.
Aufgrund dieser Situation ist es wohl nicht verwunderlich, dass der Flughafen Wien um ein stärkeres Lufthansa-Engagement buhlt. Und so könnte sich die Konkurrenz zwischen München und Wien in Anbetracht von Ausbauplänen und AUA-Übernahme in nächster Zeit auch noch weiter verschärfen.
airliners.de dpa