Das erste Rennen der Saison in Melbourne bot mit Überholmanövern, Unfällen und einem überraschenden Zieleinlauf viel Unterhaltungswert und lässt für den Grand Prix in Malaysia gleiches hoffen. In der Sauna von Sepang soll die Jagd auf Brawn GP beginnen, doch die Konkurrenz gibt sich nur wenig Illusionen hin, den neuen Formel-1-Branchenführer in den malaysischen Tropen ins Schwitzen zu bringen. (F1 Sepang International Circuit)
Ferrari-Chef Montezemolo fordert eine Reaktion
Lediglich Ferraris Chef Luca di Montezemolo kündigte nach der Demütigung der Sucderia beim Auftakt in Melbourne an, den Emporkömmlingen eine heisse Schlacht im zweiten Saisonrennen zu liefern. "Ich denke, wir haben einige Fehler zu viel gemacht in Australien. Und ich erwarte, die wahren Stärken des Teams in Malaysia zu sehen", forderte di Montezemolo seine Angestellten nach der Nullnummer von Melbourne auf. "Ich bin überzeugt, ich bin sogar sicher, dass es eine starke Reaktion gibt, obwohl die Autos dieselben sind."
Diesen Optimismus können die meisten Rivalen angesichts der Dominanz des Aufsteigers Brawn GP bei deren Doppel-Erfolg im Albert Park durch Jenson Button und Rubens Barrichello jedoch nicht teilen. Zwischen den Rennen in Australien und Malaysia konnten die Konkurrenten mangels Möglichkeiten den technischen Entwicklungs-Rückstand auf Brawn GP nicht verringern. Auch Weltmeister Lewis Hamilton, in Australien mit seinem McLaren-Mercedes immerhin Dritter, macht sich da nichts vor: "Wir werden hier wahrscheinlich weiter hinter der Spitze zurückliegen als zuletzt im Australien."
Jenson Button spuckt grosse Töne
Australien-Sieger Jenson Button kündigte dagegen weitere Heldentaten für den Grand Prix in Malaysia an und versprach vollmundig: "Wir werden in Malaysia noch stärker sein. Die Strecke passt besser zu unserem Auto." Allerdings ist sich der Brite auch sicher, dass sich sein Team auf einen harten Kampf einstellen muss: "Die neuen Regeln sind neu für jeden. Und ich denke, die anderen werden beginnen, grosse Fortschritte zu machen. Wenn wir nach Europa kommen, werden viele neue Aerodynamik-Pakete haben und uns im Nacken sitzen."
Die deutschen Fahrer um Timo Glock, Nico Rosberg , Sebastian Vettel, Nick Heidfeld und Adrian Sutil wollen in der Sauna von Sepang kühlen Kopf bewahren. Besonders Sebastian Vettel ist beim zweiten Rennen der Saison auf Wiedergutmachung aus.
Sebastian Vettel wird in Malaysia strafversetzt
Der 21-jährige Red Bull Pilot wird in Malaysia nach seinem verschuldeten Unfall mit Robert Kubica nach dem Qualifying zehn Plätze nach hinten versetzt. Auf Platz zwei liegend kollidierte Sebastian Vettel nach einem Überholmanöver von Robert Kubica mit dem BMW-Williams-Piloten und verpasste damit einen sicher geglaubten Podestplatz. Trotzdem nahm es Sebastian Vettel gelassen hin und hakte den verpassten Podestplatz ab: "Der Unfall war schade, ganz klar. Aber man darf jetzt auch nicht zu lange hinter dem her weinen, was passiert ist."
Hitze ist Unsicherheitsfaktor in Malaysia
Zur grossen Unbekannten beim wohl anstrengendsten Rennen des Jahres kann das Wetter werden. Die Temperaturen von über 30 Grad und die extrem hohe Luftfeuchtigkeit sind allein schon eine grosse Herausforderung für Mensch und Maschine. Durch die Verlegung des Grand Prix auf 17.00 Uhr, wie schon in Melbourne, steigt die Wahrscheinlichkeit für Regen stark. "Wenn der Monsunregen runterkommt, muss das Rennen abgebrochen werden, weil wir bei den Wassermassen nicht fahren können", sagt Williams-Pilot Rosberg und kritisiert: "Ich denke, Rennen in der Abenddämmerung sind nicht der richtige Weg."