Am Mittag sind wir mit dem Postauto in Chur gestartet, welches uns nach Zillis oberhalb der Via Mala Schlucht brachte.
Die Besichtigung der alten Kirche mit den berühmten restaurierten Deckengemälden ist ein absolutes MUSS. Dank den kleinen bereit gelegten Spiegeln war es möglich, die vielen kleinen Gemälde ohne Genickstarre zu betrachten. Natürlich sind auch der Altar und die Orgel sehr sehenswert.
Anschliessend starteten wir bei prächtigstem Wetter von Zillis in Richtung Via Mala Schlucht mit Tagesziel Thusis. Der Wanderweg führte uns bis ans Ufer des Rheins, jedoch vor der eigentlichen tiefen und sehr engen Schlucht mussten wir nach dem Passieren einer Hängebrücke bis zur Kantonsstrasse hoch steigen. Wir konnten von der Strassenbrücke aus die Tiefe der Schlucht abschätzen und die Touristen in der Tiefe beobachten, welche über Treppen bis knapp über den wilden Fluss abstiegen. Beim Touristen-Kiosk und den Carparkplätzen der Via Mala steigt der Wanderweg nochmals etwas an. Nach etwa einer Stunde mussten wir uns für die Flussseite entscheiden: Der längere Weg (rechte, südliche Seite) schien uns der abwechslungsreichere zu sein. Diesen hatten wir ca. ein Monat vorher rekognosziert. Er führte uns entlang steilen, locker bewaldeten Hängen über verschiedene Seitenbäche des Rheins. Da diese Bäche sehr oft Hochwasser führen oder Schneemassen von den flankierenden Bergen abrutschen, werden diese Brücken über die Bachtobel auch mal zerstört. Eine dieser Brücken wurde durch eine neue Hängebrücke ersetzt, welche nicht nur das Tobel überwindet, sondern auf die ca. 50 m Länge auch noch ca. 10 Höhenmeter überwindet, also schräg ansteigend über das Tobel spannt. Ein wunderbares Bauwerk ingeniöser Baukunst.

Auf dem Weg nach Thusis begegneten wir schönen Maiensässen und Alpweiden. Seitlich des Fusswegs, fällt der Taleinschnitt zum Teil bis 200 m senkrecht gegen den Rhein ab. Der Weg ist aber in sicherer Distanz angelegt. Mit dem beginnenden Abstieg nach Thusis machten wir noch einen Abstecher hinauf zur Burg Hohen Rätien www.hohenraetien.ch , welche bereits in der Spätantike bis Frühmittelalter besiedelt war. Im Spätmittelalter wurde diese Siedlung vom Kirchenvogt bewohnt. Von dieser Burg aus genossen wir die herrliche Sicht über Thusis und über einen Teil unserer nächsten Tagesetappe, die alte Fürstenlandschaft, das Domleschg.
Nach ca. 4 ½ Stunden Marschzeit haben wir in Thusis unsere reservierten Zimmer im Hotel Weisskreuz bezogen und den Apéro und das Nachtessen im Dachrestaurant genossen.
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